Medienmitteilungen, Unia Zürich-Schaffhausen
Sanierung Hardbrücke: Die Gesundheit der Bauarbeiter wird mit Füssen getreten
15.07.2010
Das Thermometer zeigte heute Nachmittag direkt über der Fahrbahn unglaubliche 49 Grad an. An der prallen Sonne und ohne jeglichen Schutz arbeiten die Bauarbeiter bei diesen Temperaturen unter Hochdruck an der Sanierung der Hardbrücke. Seit Wochen leisten die mehr als 50 Bauarbeiter bei Rekordtemperaturen und teilweise sehr hohen Ozonwerten körperliche Höchstarbeit. Auf die Gesundheit der betroffenen Bauarbeiter wird dabei keine Rücksicht genommen, im Gegenteil!
Um den engen Zeitplan einhalten zu können, wurde den Bauarbeitern die 9 Uhr-Pause gestrichen und es wird von ihnen verlangt, dass sie mehr als 52 Stunden pro Woche arbeiten. Erlaubt wären gemäss gültigem Gesamtarbeitsvertrag für das Bauhauptgewerbe jedoch maximal 45 Stunden pro Woche. Den betroffenen Bauarbeitern drohen aufgrund dieser Extrembelastungen Hitzeschläge bis hin zum Kollaps, eine erhöhte Unfallgefahr, eine Erkrankung der Atemwege und Augen aufgrund der Ozonbelastung sowie Hauterkrankungen.
Die Gewerkschaft Unia fordert den sofortigen Stopp dieses Wahnsinns. In einer symbolischen Aktion lud die Unia deshalb heute Nachmittag die Bauarbeiter der Hardbrücke zu einer Pause im Schatten ein und verteilte gekühlte Wassermelonen. In einem Schreiben an die Stadt Zürich als Bauherrin und die zuständige Bauleitung verlangt die Gewerkschaft Unia, dass die Höchstarbeitszeit von 45 Stunden pro Woche ab sofort eingehalten und den Bauarbeitern die üblichen Pausen gewährt werden. Zudem müssen sofort technische Schutzmassnahmen wie z.B. Überdachungen realisiert werden, damit die Gesundheit der Bauarbeiter auch bei diesem Wetter geschützt werden kann. Es darf nicht sein, dass die Stadt Zürich auf dem Buckel der Gesundheit der Bauarbeiter die Hardbrücke saniert.
Weitere Auskünfte:
Daniela Gomes, Gewerkschaftssekretärin Bau

